Jahresrückblick 2012

Überlingen, im Januar 2013

Liebe Mitglieder und Freunde,

ein arbeitsames und ertragreiches Vereinsjahr liegt hinter uns. Schon im Januar versammelte sich wieder die Helferrunde, und bei neun Veranstaltungen verkauften wir unsere Besonderheiten bzw. die Bücher(external link) von Jana Haas(external link). Alle diese Termine machen Arbeit, aber sie bereichern nicht nur unsere Kasse, sondern auch uns selbst:

  • Die beschwingte Lyrikmatinee von Johannes Hermann mit den mitreißenden Musikern – dafür tischen wir mit Vergnügen ein üppiges Frühstück auf. (Vormerken: Nächste Lyrikmatinee am Sonntag, den 9. Juni)
  • Die Lebensmut und Lebensfreude spendenden Vorträge von Jana Haas, deren Erlös zu 100 % an den Verein geht, sind ein Himmelsgeschenk, und wir danken ihr von ganzem Herzen.
  • Ein Geschenk war ebenfalls die Einladung zum Adventsbasar der WS Kreuzlingen(external link). Zwei Tage lang standen wir "hinterm Tresen" und freuten uns, dass der neuen Kundschaft unser Angebot hörbar gefiel.
  • Das letzte Glanzlicht des Jahres war der Adventsbasar an der hiesigen Schule(external link), wo wir uns in schmeichelhaften Kommentaren sonnen durften ("Ich komm nur wegen euch", "Als erstes geh ich immer zum Russlandstand") und am Abend nahezu ausverkauft waren. Als Helden des Tages aber müssen die Lehrer, Schüler und Eltern aus Jaroslawl gefeiert werden, die das russische Restaurant nun fast in Eigenregie betreiben. Sie brachten nicht nur ihren unbekümmerten Schwung mit, sondern auch selbstgenähte Vorhänge, Tischdecken, Wandbehänge und die gesamte Dekoration. Hinreißend war das Puppenspiel von Lena Sewrikejewa, zu dem die Zuschauer noch strömten, als die Theke schon leer gegessen war, ebenso wie zu den Liedern und Tänzen der russischen Schüler.

Ein Kreis von zuverlässigen, mitdenkenden und mitfühlenden "TäterInnen" ermöglicht diese Aktivitäten. Die meisten von ihnen kennen die dürftigen Verhältnisse der WS Jaroslawl und den Einsatz der Lehrer aus eigener Anschauung und schenken gerne einen Nachmittag, um die Waldorfpädagogik in Russland zu stützen. Dank sei Euch allen! Nur ein Tropfen auf den heißen Stein aber wäre unsere Handarbeit, gäbe es nicht die Mitglieder und die großzügigen Spender, die den Verein unterstützen. Stellvertretend sei die 83-jährige Frau Dr. Maria Sophia Buhl aus Nürnberg genannt, die unermüdlich Geld für Jaroslawl sammelt. Dank sei ihr und allen Spendern!

Was geschieht mit den Spenden? Wie bekannt, übernimmt WiR einen Teil des monatlichen Schulgeldes für bedürftige Familien in Jaroslawl (7 Familien) und Woronesch (11 Familien). Im Jahr 2012 kam noch die kleine Waldorfschule in Ufa dazu: Zwei alleinerziehende Mütter können wegen Mieterhöhung das Schulgeld nicht mehr ganz bezahlen und erhielten von WiR Unterstützung. In Jaroslawl musste per Gesetz ein Arztbereich eingerichtet werden, für den WiR das Geld gegeben hat (6.000 Euro). Schließlich konnte WiR der WS Jaroslawl ein Weihnachtsgeschenk von 2.000 Euro übergeben: Alle 63 Mitarbeiter plus Pensionäre feierten miteinander einen festlichen Jahresabschluss mit Ausflug, Museumsbesuch und Abendessen.

Was uns die letzten beiden Jahre so bewegte, nämlich das Bangen um den Verbleib der Schule im Stadtzentrum, hat sich etwas beruhigt, aber keineswegs geklärt. Die Fakten in Kürze:

  • Von Umzug ist derzeit nicht mehr die Rede. Der neue Oberbürgermeister hat schwer mit den korrupten Beamten zu kämpfen, die er vom Vorgänger übernehmen musste (wir erinnern: In Jaroslawl regiert der einzige Bürgermeister Russlands, der nicht der Putinpartei "Einiges Russland" angehört). Vor allem wird ihm der Geldhahn zugedreht, wo es nur geht. Er hat folglich keine Zeit für "Kleinigkeiten".
  • Der Schuljurist ist überzeugt, dass die Schule als langjährige Mieterin ein Bleiberecht hat. Falls die Schule nochmals zum Umzug gezwungen werden soll, wird sie vor Gericht gehen.
  • Die Schule möchte einen langfristigen Mietvertrag abschließen, dem die alte Beamtengarde aber nicht zustimmt. Es gibt also immer noch keine vertragliche (relative) Sicherheit.
  • Trotz der Ungewissheit muss der Kindergarten erweitert und saniert werden, und ein Architekt wurde mit der Planung beauftragt.

Das sind zwar keine befreienden Jubelnachrichten, sondern aufschiebende, aber durch Liegenlassen kann sich ein Konflikt ja auch entschärfen. Hoffen wir also weiter und seien wir dankbar, dass bei uns solche Schikanen nicht vorstellbar sind. Bei unserer Jahresversammlung werden wir mehr über Jaroslawl, Woronesch und Waldai berichten und Ihnen dann wie immer das Protokoll zuschicken.

Seien Sie bis dahin mit lauter guten Wünschen für das Jahr 2013 herzlich und in Dankbarkeit gegrüßt!

Bernd Strobel Bärbel Frömter